Auch bei den Exkursionen des Vorjahres war es kalt und nass, was aber die pilzbegeisterten Teilnehmer nicht schrecken konnte.

Am Donnerstag nachmittag wurden  nördlich der Unterkunft in einem Wald mit hohem Fichtenanteil in nur zwei Stunden 150 Arten gesammelt.

Große Hexenringe von Nebelkappen beeindruckten:

Die Exkursion am Freitag leitete unser Vereinsmitglied Jochen Pöhland aus Klingenthal. Sie führte ins NSG "Goldberg", der seinen Namen nicht dem Edelmetall, sondern der herrlichen Herbstfärbung der Rotbuchen zu verdanken hat.

Entsprechend unterschieden sich die Funde zu denen vom Vortag - z. B. wurden die vollständig geschlossenen Hexenringe des Rosa Rettichhelmling bestaunt. Große Freude rief ein Neufund für Sachsen hervor: der am Holz wachsende Schleierseitling / Tectella patellarius. 120 Großpilzarten und 25 Phytoparasiten konnten sicher bestimmt werden.

 

Ins Östliche Vogtland führte Klaus Lorenz die Teilnehmer am Samstag. Unterhalb des Netzschkauer Kuhberges breitet sich ein vor allem von Fichten dominierter Wald aus.Nachmittags wurden die Pilze bestimmt- es waren immerhin zehn Pilzberater beteiligt - ausgelegt und beschriftet, so dass auch Teilnehmer, die ihre Artenkenntnisse erweitern wollten, dazu hervorragend Gelegenheit hatten. 

Alle Funde werden ins Mykisprogramm für die Sachsenkartierung eingegeben.

Zum Stand des Pilzatlasses von Sachsen, der voraussichtlich 2019 in Druck geht, sprach am Sonntag unser Vereinsmitglied Prof. Hans-Jürgen Hardtke, unter besonderer Berücksichtigung der Funde aus dem Vogtland. Thomas Rödel sprach in seinem Vortrag über die Geschichte der Mykologie in Sachsen. Seine Recherchen gehen bis in das Jahr 1545 zurück und dokumentierten, wie die Mykologie sich allmählich aus der Botanik als eigenständiger Bereich herauslöste. Wolfgang Dietrich, Kreisnaturschutzbeauftragter im Erzgebirge, mit umfangreichen Artenkenntnissen in Mykologie, Botanik und Entomologie, stellte viele interessante Funde vor, die er bei seinem Durchstreifen der Natur fotografierte und auch in vielen Schriften dokumentiert hatte. Auch Schwammesammler müssen ab und zu etwas essen. Das Frühstück wurde vom NUZ gestellt, doch für Abendbrot, Kaffee und diverse Getränke sorgten Kristina Holz, Sandra Heymann und Brigitte Gerischer, viele halfen beim Zubereiten und weiteren Küchendiensten. Als Resümee kann diese Tagung als sehr arbeitsintensiv und harmonisch eingeschätzt werden. Nicht alle konnten die gesamten vier Tage bleiben, doch 26 Mitglieder der VAM kamen nach Unterlauterbach, sowie fünf Gäste, von denen einige die Absicht haben, bei uns künftig mitzuarbeiten.

von Brigitte Gerischer

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