Die inzwischen zur Tradition gewordene Veranstaltung  hatte dieses Jahr einen etwas anderen Charakter.

Wir sind stolz, jetzt über drei vereinseigene Zeiss-Mikroskope zu verfügen, die aus Armeebeständen stammen und noch original verpackt - erst einmal zusammengebaut wurden. Einige Mitglieder hatten ihre eigenen Mikroskope mit und erhofften eine Anleitung zum Gebrauch der Geräte. Da beim Mikroskopieren von Pilzen verschiedene Chemikalien verwendet werden müssen, verfügen wir jetzt auch über drei Sätze mit zusätzlichem Präparierbesteck.

Unser Vereinsmitglied Klaus Lorenz war der Akteur dieser Veranstaltung. Er hat sich um die Anschaffung der Mikroskope, der Chemikalien und Präparierbestecke gekümmert. Dank seiner jahrelangen Erfahrung beim Mikroskopieren weihte er alle mit viel Umsicht in den Gebrauch dieser geheimnisvollen Fläschchen etc. zu Beginn der Veranstaltung ein. Der Vormittag entsprach völlig dem Grundsatz eines guten Lehrers: „Bei der Vorbereitung muss der Lehrer schwitzen und im Unterricht die Schüler…“: Alle einzelnen Schritte hatte er fotografiert, über Beamer auf seine Leinwand projiziert, so dass jeder vergleichen konnte, was auf seinem Objektträger getan werden musste. Die Präparate in Form von Sporen und getrocknetem Material von Saftlingen standen zur Verfügung, aus Büchern, die sich zur mikroskopischen Arbeit beim Bestimmen von Arten eignen, waren Ausschnitte kopiert, bzw. lagen die Bücher vor, mikroskopische Aufnahmen zur Sporenmessung und die mathematischen Schritte dazu wurden gezeigt und erläutert. Da er aber voraussah, dass nicht jeder dies sofort kapiert, konnte man das vorher beschriebene Prozedere als Kopie mit nach Hause nehmen.

Alle der zwölf Anwesenden waren ständig gefordert, und auch solche, die bisher mit Mikroskopieren „wenig am Hut hatten“, erlangten etwas mehr Selbstvertrauen.

Das war ein Beispiel für ehrenamtliche Tätigkeit, wie es sie in vielen Vereinen gibt und die beweist, dass kreative und gemeinnützige Arbeit für andere oder für die Wissenschaft mehr bedeutet als Geld. Dank der eigenen Mikroskope konnten wir auf die Unterstützung einer Schule – wie z. B. der Oberschule Oelsnitz verzichten – möchten uns aber für das Entgegenkommen des Vereins der Wandersperken Oelsnitz bedanken, der uns das  Vereinszimmer zur Verfügung stellte.

von Brigitte Gerischer

<<< Zurück