Sokolov 2018

„Trüffelsuche“ bei Sokolov

Die Halden des ehemaligen Braunkohletagebaues bei Sokolov (Tschechien)sind Pilzkennern als Fundorte der „Böhmischen Trüffel“, wie der Erbsenstreuling (Pisolithus arhizus) fälschlicherweise oft genannt wird, wohlbekannt. Birke, Kiefer, Eiche besiedeln als Pioniergehölze diese vegetationsfreien und oft steilen Hänge als erste Gehölze, und mit diesen geht der Erbsenstreuling eine Symbiose ein. Er wird als Gewürzpilz geschätzt, der Soßen eine appetitlich dunkle Farbe verleiht. Das ist aber nicht der Hauptgrund, weshalb alljährlich Mitglieder der VAM in diese Gegend pilgern. Einen seltenen Pilz zu suchen, der durch sein anfangs unterirdisches Wachstum und danach eine dem Boden ähnliche Färbung schlecht zu erkennen ist, stellt eine Herausforderung dar und entsprechend groß ist die Freude beim Finden. Die acht Teilnehmer waren durch den Fund von einigen Erbsenstreulingen gleich am Anfang der Exkursion positiv motiviert. Nach anderthalb Stunden wurden die Ergebnisse stolz ausgewertet. Es erinnerte fast an die Freude von Kindern, wenn sie ein Nest von Ostereiern gefunden haben – manchmal wachsen die Pilze in Gruppen und bilden Nest ähnliche Trupps, andere wurden an das Kartoffellesen von früher erinnert, denn diese Pilze ähneln Kartoffeln.

Leider war manchmal so eine „Kartoffel“ der giftige Kartoffelbovist. Als Resümee wurde einheitlich festgestellt, dass es exakt die richtige Zeit zur „Trüffelsuche“ war. Die Pilze können problemlos getrocknet werden, wenn die Gleba noch keine Sporen gebildet hat.

Nähere Informationen zu diesem interessanten Pilz enthält der unser Pilzkalender für 2019.

 

Neben schönen Erbsenstreulingen gab es auch viele Exemplare des giftigen Dickschaligen Kartoffelbovistes (Scleroderma citrinum) mit stark aufgerissener Peridie:






































































































































]

von Brigitte Gerischer

<<< Zurück